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Das Silberbergwerk: Wie gewinnt man Bodenschätze?

Silberbergwerk - Bodenmais

Heihoo! Heihoo! Was die frohen Zwerge singen trug einst große Wahrheit mit sich. In früheren Zeiten, 1463 als das Silberbergwerk begründet wurde, bedeuteten die Schätze in den Bergen Wohlstand und Sicherheit. Regionen konnten ihre gesamte Wirtschaft und ihre gesamte Kultur auf einem einzigen Bergwerk errichten und so geschah es auch am Silberberg.

Gewinnt man im Bergwerk Silber?

Zwar hat das Silber im Silberbergwerk nicht lange vor gehalten, dafür entdeckte man neue Erze in den tiefen des Berges, vornehmlich Vitriol oder unter modernem Namen: Eisenoxyd. Die Salze aus diesem Stoff waren bedeutsam für die Gerberei und damit fast bedeutsamer als das ursprüngliche Silber. Seinen Ruf hatte das Silberbergwerk jedoch schon weg, daher der heutige Name.

Bis 1962 wurde im Silberberg mitten im Bayrischen Wald geschürft. Über die Jahrhunderte wuchs das Stollensystem im Berg immer weiter an, bis es heute sagenhafte 20 Kilometer überspannt, in einem einzelnen Berg. Der, wenn er auch quasi zwei Gipfel hat, nicht einmal der größte Berg seiner Gegend ist mit seinen 955 Metern Höhe.

Was gibt es im Silberwerk zu sehen?

Diese 20 Kilometer Stollen des Silberbergwerks bilden ein umfangreiches Labyrinth im Silberberg, das sich auf mehrere Ebenen verteilt und dabei praktisch einen Luftfilter erzeugt. Durch viele Lüftungs- und Entwässerungsstollen drängt frische Luft in den Berg hinein, jedoch feine Partikel, wie Pollen oder Feinstaub, bleiben im Labyrinth hängen und erreichen die zentralen Kammern und Verhaue nicht, wodurch sich im Inneren des Silberberges bei gemütlichen 5°C und 90% Luftfeuchte Reinstluft sammelt. Daher wird hier auch die Stollentherapie angeboten, die verspricht gegen die meisten Atemwegserkrankungen zu helfen. Jedermanns Lunge kann wohl eine gute Pause von der drückenden Stadtluft gebrauchen.

Aber wer nicht wegen der Therapie zum Silberberg fährt, sondern für einen genüsslichen Ausflug mit den Kindern, der wird nicht enttäuscht sein. Das Silberbergwerk bietet gleich mehrere Führungen durch das Stollenlabyrinth an, eine kurze und eine lange.

Die Kurze Führung durch das Silberbergwerk entführt sie und ihre Kinder für überschaubare 45 Minuten in die oberen Ebenen des Silberberges. Das ist gerade für Ausflüge mit kleinen Kindern sehr geeignet, da dieser Bereich des Berges noch weitgehend barrierefrei ist, also durchaus mit einem kleinen Kinderwagen zu bewältigen ist.

Die 45 minütige Führung leitet die Besucher durch den Barbarastollen, der etwa 600 Meter lang ist, direkt in den Barbaraverhau, eine große Aushöhlung einer ehemaligen Erzader. Unterwegs lernt Groß und Klein die Bergmannsitten und Werkzeuge näher kennen und man wird zum Staunen eingeladen, wie mit Muskelkraft und etwas Zeit tatsächlich Berge versetzt werden können. Nicht nur für Familien, sondern auch für Schulklassen als Schulausflug oder Klassenfahrt interessant! Es ist kühl und feucht im Berg, daher darf auch im Sommer eine ordentliche Jacke und gutes Schuhwerk nicht fehlen!

Wer auf einen abenteuerlicheren Ausflug mit den Kindern aus ist, der wird jedoch die lange, 2 Stunden Führung wählen. Hier führt der Pfad bis tief in den Berg, durch das weitläufige, dunkle Stollenlabyrinth hindurch, wo sich nur noch echte Zwerge und erfahrene Bergleute zurecht finden. (Taschenlampen nicht vergessen! Neben festen Schuhen und warmer Jacke versteht sich.)

So spannend und abenteuerlich der Ausflug mit den Kindern in die Tiefen des Silberbergwerks auch sein mag, leider ist der Pfad der langen Führung nicht mehr barrierefrei. Es geht teilweise durch sehr steile Ab- und Aufstiege und enge Schächte, Platzangst und Gruselgeschichten sollten man also daheim lassen.

Außerdem bietet die Umgebung des Silberberges etliche Möglichkeiten den Ausflug mit Kindern zu ergänzen und Wartezeiten rasch zu verbummeln mit Abenteuerspielplätzen, Skipisten und Rodelbahnen, auch Sommerrodelbahnen und einer gemütlichen Bergmannsschenke. Also selbst wem das Innere des Silberbergwerks zu eng und zugig ist wird, wird im Bayrischen Wald ein gelungenes Ausflugsziel finden.

Und Wann und Wieviel? – Das Silberbergwerk, außer zu silbriger Zeit, fast immer geöffnet

Öffnungszeiten und Führung:

Ende März bis 30. Juni | täglich 10.00 – 16.00 Uhr*
ab 1. Juli – 31. August
 | täglich 10.00 – 16.45 Uhr*
ab 1. September – 31. Oktober
 | täglich 10.00 – 16.00 Uhr*
ab 1. – 6. November | täglich 11.00 – 14:00 Uhr*
ab 25. Dezember – 6. Januar | täglich 11.00 – 15.00 Uhr*
ab 7. Januar – Ende März | Di./Mi./Fr. 12:00 – 14:00 Uhr*
Am Faschingswochenende, einschl. Rosenmontag geöffnet.
*Beginn der letzten Bergwerksführung.

Die kurze 45 Minütige Führung findet, außer in den Wintermonaten, täglich zwischen 10:00 und 16:00 statt. Auch im Winter ist das Silberbergwerk geöffnet, jedoch zu sehr eingeschränkten Zeiten.

Die lange 2 Stunden Führung findet nur am Mittwoch und Samstag statt und nur vom 01.04. bis zum 31.10. jeweils gegen 10:00 Uhr. Eine Voranmeldung ist erforderlich und es werden nur Gruppen 5 Personen und über 10 Jahren angenommen. Das ist also leider nur etwas für Schulklassen oder Ausflüge mit großen Kindern und Freunden.

Ein Grubenhelm und Regenkittel wird jeweils gestellt.

Die Eintrittspreise sind vernünftig mit 8€ für Erwachsene und 5,30€ für Kinder bei der kurzen 45 minütigen Führung. Wer über die aktivCARD Bayrischer Wald verfügt erhält sogar kostenlosen Eintritt.

Die lange, 2 Stunden Führung kostet jedoch pauschal 16€ pro Kopf.

Und Wo? – Der Silberberg im Bayrischen Wald

Der Silberberg liegt mitten im Bayrischen Wald relativ abgeschieden von großen Ortschaften und kann daher etwas schwierig zu finden sein. Die Webseite bietet einen Routenplaner für diese Zwecke.

Alternativ gelangt man vom Norden her über die B22 oder vom Süden her über die B11 zum Ziel, der letzte Streckenabschnitt muss jedoch über diverse Landstraßen bewältigt werden.

Gelegen ist das Silberbergwerk ein kurzes Stück östlich von der Ortschaft Bodenmais in Niederbayern, und etwas Nordöstlich von Deggendorf.

Details zum Bergwerk

Ort

  • Silberberg, bei Bodenmais im Bayrischen Wald in Niederbayern

Silberberg

  • Höhe: 955m
  • Doppelgipfel
  • Stollenlabyrinth: 20km Gesamtlänge
  • Bergbaubetrieb: von 1463 bis 27.05.1962
  • Förderung: anfänglich Silber, später Eisenoxyd (Vitriol – wichtig zum Ledergerben und Alchemie)

Programm:

  • Kurze Führung: 45min, barrierefrei, 8€ Erwachsene, 5,30€ Kinder, täglich 10:00 bis 16:00 Uhr
  • Lange Führung: 2 Stunden, 16€ pro Person, mindestens 5re Gruppen + Voranmeldung
  • Festes Schuhwerk + warme Jacke + eventuell Taschenlampe mitbringen!

Umgebung:

  • Abenteuerspielplatz
  • Skipiste
  • Sommerrodelbahn
  • Bergmannsschenke

Toornito – Von der Kunst einen Berg zu versetzten

Toornito spricht:

ausfluege mit kindern - toornito

Sonnige Grüße, liebe Eltern und Kinder! Hier ist wieder euer Toornito!

Also ich habe ja schon so einige Berge in meinem Leben versetzt! Hauptsächlich Spielzeugberge, die sich strategisch geschickt im Flur zwischen Arbeitszimmer und Küche formieren und dabei überraschenderweise niemals die Kinderzimmertüren blockieren. Woran das wohl liegen mag?

An euch Erdlinge reiche ich jedoch nicht heran. Ihr seid ungeschlagen im Berge versetzen! Und nicht nur Berge von Spielzeug. Die ersten von euch, die vor tausenden Jahren entdeckten, dass einige Steine nicht einfach nur toll aussehen, sondern tatsächlich nützlich sind, haben mit sogenannten Pingen angefangen. Die hießen vermutlich so wegen der lustigen Geräusche, die die Spitzhaken auf den Felsen gemacht haben. Aber eigentlich waren es nur große Löcher im Boden.

Erst viele Jahre später überlegte ein besonders fauler Bergmann wozu man eigentlich die ganze unnütze Erde weg schaufeln müsse, um an die paar wertvollen Steine zu kommen, wenn man die Erde doch einfach liegen lassen könnte und darunter hindurch buddeln. Und alle Erdlinge waren von seiner Idee begeistert! Es gab natürlich ein paar Probleme, weil Schächte nicht so stabil wie Pingen sind, aber man hatte bald den Dreh heraus.

Ein paar viele Jahre später dachten sich einige noch faulere Bergleute wozu man denn das bisschen Erde oben im Weg liegen lassen müsse, wenn man gleich alles wegschaufeln kann. Und wieder waren alle hellauf begeistert und bauten große Schaufelradbagger.

Ich muss sagen manchmal seid ihr Erdlinge ein wenig angsteinflößend. Ihr versetzt die Berge schneller, als Mutter Natur sie bauen kann. Es gibt ein paar Orte auf eurem Planeten, wo einmal große, breite Berge waren und jetzt nur noch tiefe, hohle Löcher sind. Die einzigen Wesen, die ich kenne, die noch besser Berge versetzten als ihr sind diese kleinen, krabbelnden Waldbewohner bei euch. Ich glaube ihr nennt sie A-Meisen, wenn ich auch nicht verstehe wieso ihr sie nummeriert, denn eine B-Meise konnte ich bisher nicht finden.

Aber vielleicht sollte ich mit ein paar A-Meisen zulegen und sie dressieren, um die Spielzeugberge im Flur regelmäßig bei Seite zu räumen. Das werde ich im Hinterkopf behalten!

Und die Moral, liebe Kinder? Schüttet keine Spielzeugberge im Flur auf! Eure Eltern könnten sonst Spaß am Berge versetzten finden. Und dann, ehe ihr euch verseht, ist die ganze Landschaft platt gebügelt. Also lasst ein paar Täler frei, das bringt auch mehr Abwechslung ins Landschaftsbild des Flures. Also bis dahin!

Zu Abenteuer, Spaß und Spiel!

Toornito out

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