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Die ungeahnte Gefahren des Kinder-Picknicks oder Ausfluges- Teil 3

Kinder Picknick

Wer bei Gefahren auf Kinder-Picknicks oder Ausflügen mit Kindern nur an störende Insekten und stolperiges Wurzelwerk denkt, der hat leider noch nicht die ganze Trickkiste von Mutter Natur kennen gelernt. Aber die Gefahren liegen auch nicht nur in der Natur, oft kann auch menschengemachtes Unheil auf dem Ausflug auf uns warten. Die Palette reicht von giftigen Kräutern über Glasscherben bis zu Waldbränden, selbst auf die Sonne muss man achten.

Aber keine Bange! Ausflüge und  künftig nur noch im Wohnzimmer abzuhalten ist nicht nötig, wenn man weiß, worauf zu achten ist.

Kinder-Picknick, Ausflug im Sommer: Sonne und Sonnenbrand

Der perfekte Tag bringt den perfekten Sonnenschein mit sich, aber zu oft vergessen wir wie viel wir den Wolken auf jedem Ausflug oder Kinder-Picknick zu verdanken haben. Unsere Augen und Haut, sogar die Haare, würden die Mittagssonne ohne diese lästige UV-Strahlung viel besser vertragen. Und auch wenn man vom Ozonloch nicht mehr so viel hört wie noch vor 15 Jahren, ist es noch immer da und schickt ungefilterte UV-Strahlen auf unsere Wiesen und Picknick-Decken.

Wer sich nun noch wundert was an dem allen so schlimm sein soll, der braucht nur in seinen Fotoalben zu blättern. Man vergleiche ein Foto aus dem Winter und eines aus dem Sommer. Bei den meisten sollte auffallen, dass die Haare im Sommer deutlich heller sind als im Winter. Das ist ein Symptom der UV-Strahlung. Sie zerstört die Farbe in den Haaren und bleicht sie langsam aus. Das klappt leider auch bei unserem Lieblingsshirt.

Wie schützt man sich nun vor Zuviel Sonne?

Die naheliegende Antwort ist: Mit Sonnenhüten und Sonnenbrillen! Auch Kopftücher sind effektive und modische Varianten. Wichtig jedoch bei Capys und anderen Kopfbedeckungen ohne Krempe: Die Ohren nicht vergessen! Die Ohrspitzen stehen meist am Capy vorbei und werden vergessen und sind dann am Abend krebsrot. Ein Tupfer Sonnencreme hilft.

Sonnencreme ist die nächste offensichtliche Antwort. Hier kann man nicht viel falsch machen. Gerade bei langen Ausflügen sollte man lieber einen zu hohen Schutzfaktor wählen, als einen zu niedrigen. Die schlimmste Folge ist, dass man nicht braun wird. Und falls man einen Badeausflug anstrebt, darf man nicht vergessen nach dem Schwimmen den Sonnenschutz aufzufrischen!

Ein simpler Trick bleibt die richtige Kleidung für den Ausflug an den See. Kurz und weiß sind zwar angenehm gegen die Wärme, aber ein schwarzer, luftiger, nicht-durchsichtiger Überwurf schützt zuverlässig vor UV-Strahlung.

Als letzte Möglichkeit bleibt noch der Wetterbericht! Nein man braucht seine Ausflüge oder Kinder-Picknicks nicht auf Regentage zu planen, die meisten Wetterdienste führen einen UV-Index, der die Sonnenbrandgefahr angibt und oft auch eine empfohlene Sonnenbade-Dauer angibt. Nicht vergessen den Handywecker zu stellen. 🙂

Also nicht vergessen:

  • UV-Strahlung und Ozonlöcher sind kein Ding der Vergangenheit
  • Wetterdienste bieten den UV-Index an mit empfohlener Sonnenbade-Dauer
  • Sonnenschutzfaktor? Im Zweifel lieber zu hoch
  • Nach dem Baden den Schutz auffrischen
  • Ein dunkler Überwurf filtert UV-Strahlung
  • Bei Capys die Ohren nicht vergessen!
  • Kinder werden schnell zu Krebschen, Erwachsene brauchen aber auch nicht lang!

Lagerfeuer, Grill und Kokelspaß

Feuer sind toll! Sie sind nicht umsonst die vermutlich erste Erfindung der Menschheit. Sie halten warm in späten Abendstunden, sie kochen Essen und sie halten hungriges Tiervolk auf Abstand. Wer jedoch die Gefahren von Lagerfeuer und Grill vergisst, der spielt mit glühenden Kohlen.

Obacht ist besonders in den heißen Sommertagen gegeben. Regen bleibt aus und die starke Sonne zieht das letzte Wasser aus Wäldern und Wiesen. Ein unüberlegter Funke kann den gesamten Wald entfachen! Und wenn es einmal zu spät ist, kann nicht einmal die Feuerwehr mehr helfen. Oft genügt schon ein glimmender Zigarettenstummel. Es ist daher wichtig sich vor dem Ausflug in den Wald über die aktuelle Waldbrandwarnstufe zu informieren! Und im Zweifelsfall die Würstchen schon daheim auf dem Herd braten und fertig einpacken.

Vor Allem spielt hier die korrekte Platzierung der Feuerstelle eine wichtige Rolle! Sie sollte sich auf freiem Erdboden befinden. Blätter, Nadeln und Zweige sollten also vorher in wenigstens einem Meter Umkreis entfernt werden. Außerdem muss sich über dem Feuer freier Himmel befinden. Baumkronen können allein durch die aufsteigende Hitze schnell und unbemerkt Feuer fangen und sind dann unmöglich zu löschen. Zuletzt sollte der Grill fest auf einer Steinplatte oder einem Fuß stehen, bzw. die Feuerstelle mit mehreren kleinen Steinen eingegrenzt werden, um einem davon rollen von Glut oder überspringen von Flammen vorzubeugen.

Der Umgang der Erwachsenen mit Feuer ist aber nicht die größte Hürde, die liegt im Umgang der Kinder mit dem Feuer.

Tanzende Flammen haben magische Anziehungskräfte und verleiten zum unvorsichtigen Spielen. Dazu ein paar knisternde Tannenzapfen im Feuer und jede Gefahr ist vergessen. Es ist daher äußerst wichtig, dass Eltern ihre Kleinen vor, während und nach dem Kinder-Picknick und dem Grillen auf den richtigen Umgang mit dem Feuer einschwören!

Die Kinder sollten nichts in das Feuer hinein werfen, dass sie in der Umgebung gefunden haben und sie sollten erst recht nichts aus dem Feuer heraus fischen. Bei einem Kind mit einer glühenden Kohle ist der Waldbrand sonst vorprogrammiert.

Listen sie den Kleinen aber nicht, wie ein Anwalt dem Angeklagten, nur stur die Gesetze auf, verknüpfen sie sie mit anschaulichen Bildern oder kleinen Geschichten. Weisen sie sie zum Beispiel auf die süßen Eichhörnchen hin und wie traurig sie wären, wenn ihr Haus im Baum abbrennen würde. Das weckt Empathie und fördert Umsicht und Verständnis bei den Kindern.

Wenn Die Kinder irgendwann ihnen auf dem Ausflug erklären, was sie mit dem Grill gerade alles falsch machen, dann haben sie sie richtig erzogen!

Und vor der Heimfahrt immer noch einmal das Lagerfeuer kontrollieren, dass die Glut auch tatsächlich ordentlich gelöscht ist. Im Idealfall die Feuerstelle noch einmal mit etwas lockerer Erde abdecken. Dann bleibt ihr Lieblingswald auch noch für viele weitere Kinder-Picknicks und Ausflüge mit den Kindern erhalten.

Also nicht vergessen:

  • Waldbrandwarnstufen beachten! (Auch Wiesen und Felder können brennen!)
  • Feuerstelle oder Grill nur auf freier Erde, befestigt errichten
  • Glut sorgfältig ablöschen und später noch einmal kontrollieren
  • Kinder vor dem Ausflug auf die Umgangsregeln einschwören
  • Kinder in der Nähe der Feuerstelle nicht aus den Augen lassen

Fluss, Bach, See – Leicht fasziniert und oft unterschätzt

Die besten Ausflüge an heißen Tagen führen an den nächst gelegenen See. Und wenn kein See zu haben ist, dann sind Flüsse beliebte Alternativen für Ausflüge mit Kindern. Doch auch hierbei gibt es einiges zu beachten, um nicht nur die eigene Sicherheit sondern auch die Unversehrtheit der Natur zu gewähren.

Gefahr am See oder Fluss

Beginnen wir mit den größten unterschätzten Gefahren von Ausflügen an Seen und Flüsse:

Die Strömung! Wie schnell kann so ein Fluss schon fließen? Es sieht doch gar nicht so schlimm aus. Sogar Schnecken könnten dagegen anschwimmen. Oder?
Weit gefehlt! Aufgrund des fehlenden Bezugspunktes und der oft sehr einheitlichen Wasseroberfläche kann man die Fließgeschwindigkeit mit bloßem Auge oft nicht sinnvoll abschätzen. Und wer in die Kernströmung eines großen Flusses gerät findet sich rasch hunderte Meter von seinem Lagerplatz entfernt.

Deshalb sollten gerade Kinder niemals alleine oder unbeaufsichtigt schwimmen gehen, egal ob in Seen oder Flüssen. Ein Beinmuskel ist rasch gezerrt und dann zählt jede Sekunde. Öffentliche Badeseen haben normalerweise Bademeister oder Rettungsschwimmer, die vor Ort wache stehen. Das ist aber keine Ausrede nicht auch die eigenen Augen nach dem Kind oder dem Freund offen zu halten! 4 Augen sehen mehr als 2.

Ein weiterer großer Punkt bei Ausflügen an Seen ist die Tierwelt. Welche Wesen schwimmen in den Wassern oder verstecken sich im Sand des Strandes? Kinder lieben es kleine Tierchen auszubuddeln oder durch schlammiges Wasser zu waten und übersät mit Blutegeln zurück zu kehren. Ein Ausflug mit den Kindern ans Meer kann noch größere Herausforderungen aufbringen. Gibt es Quallen? Und wie giftig sind diese Quallen? Wie sehen die Erste-Hilfe-Schritte bei einer akuten Vergiftung aus? All das sollte vorsorglich recherchiert werden. Gute Reiseführer weisen normalerweise auf Lebensräume giftiger Tiere hin, ein zweiter Blick ins Internet schadet jedoch nie.

Nachdem wir die Umgebung und Tierwelt unseres Ausflugszieles kennen, gilt es auf uns selbst zu achten. Und dabei ehrlich zu sein! Schwimmen bedeutet besondere, ungewohnte Anstrengung für jeden Muskel unseres Körpers in jeder einzelnen Bewegung. Man ermüdet schnell und in kalten Flüssen und Seen unterkühlt man auch an heißen Tagen rasch. Beides, Unterkühlung und Erschöpfung, zeigt nur schleichende Symptome, weshalb es besonders wichtig ist darauf zu achten und sie rechtzeitig zu erkennen!
Kinder können ihren Körper oft noch nicht einschätzen und verlieren sich im Spielrausch, deswegen  müssen Eltern für sie auf die Symptome achten.
Zittern die Glieder? Werden die Lippen blau? Werden die Muskeln steif? Dann unterkühlen wir  gerade und es wird Zeit für ein kurzes Sonnenbad, um wieder aufzutauen.
Fällt es schwer ganze Schwimmbewegungen durch zu ziehen? Schmerzen die Gelenke oder Muskeln? Fühlt sich der Körper wie Blei an? Dann ermüden wir gerade und es wird Zeit für eine Pause im Schatten und einen Happen aus der Brotdose.

Ein schattiger Rastplatz ist hier wichtig, wegen der Sonnenbrandgefahr. Nicht vergessen den Sonnenschutz neu aufzutragen.
Und einige extra Handtücher und Decken einzustecken schadet nicht gegen unterkühlte, erschöpfte Kinderlein.

Also nicht vergessen:

  • Flussströmungen sind leicht unterschätzt
  • Bojen sind wie Verkehrsschilder, nicht aus Spaß da
  • Unterkühlung und Erschöpfung schleichen sich an
  • Wasserlebewesen sollten bekannt sein (Schlangen, Blutegel, Quallen oder Seeigel)

Wald und Bäume – Brotkrumen genügen nicht!

Der Wald, Lunge der Natur, Schauplatz etlicher Märchen und beliebtes Ziel für Ausflüge mit Kindern aller Altersklassen! Wer die Ausflüge in den Wald jedoch vollzählig überstehen möchte, der sollte sich etwas Besseres aus Brotkrumen ausdenken.

Als Erstes soll man aufpassen, dass das Kind mit den giftigen Pflanzen nicht in Kontakt kommt. Am besten sollen die Eltern sich einen Ratgeber über Giftpflanzen besorgen und sich darüber informieren. Für den Anfang reicht über die häufig treffende Giftpflanzen zu wissen, wie Maiglöckchen, Pestbeere…
Tipp: Erklären Sie dem Kind, dass man die meisten Beeren draußen sind für Vögel, man darf sie nicht essen.

Bären und Wölfe sind in Zentraleuropa bis auf einige, an einer Hand abzählbare Exemplare, ausgerottet und Luchse meiden Menschen instinktiv. Angst vor wilden Tieren braucht also in Deutschland niemand mehr zu haben, richtig? Nicht ganz, denn:

 

Wildschweine sind, obwohl normalerweise friedliebend und Furchtsam vor Menschen, während der Frischlings-Zeit nicht zu unterschätzen. Bachen graben im Januar oder Februar kleine Nester in denen sie ihre Jungtiere, die Frischlinge zur Welt bringen. Sie verweilen einige Tage dort, ehe sie zu ihrer Rotte zurückkehren. In dieser Zeit verteidigen Bachen ihren Bau und ihre Jungtiere furchtlos auch vor Menschen!

Wildschweine - Jungtiere im Wald

Mensch sind für den Wald eine weit größere Gefahr, bzw. seine vierbeinigen Begleiter. Hunde sind instinktive Jäger und können so manches Wildtier aufscheuchen. Besonders heißspornige Exemplare sollten daher an der Leine geführt werden, bevor sie im Unterholz verschwinden und am Abend mit einem Reh im Maul wieder auftauchen.

Bei einem Ausflug mit kleinen Kindern geht die größte Sorge nicht von den Tieren aus, sondern vom dichten Unterholz und verschlungenen Pfaden. Besonders in weniger gut erschlossenen Gebieten kann man schnell die Orientierung oder einander verlieren. Hier ist wichtig den Kindern frühzeitig Grundlagen in Orientierung bei zu bringen, wie das Auffinden von Landmarken (Autobahnen oder Flüsse) und das lesen von Wanderpfadzeichen. Ein vereinbarter Treffpunkt hilft sich rasch wieder zu finden.

Außerdem sollten klare Verhaltensregeln im Wald gelten, wie etwa das essen wilder Beeren oder der Umgang mit wilden Tieren. Zeichen von Krankheiten, wie Tollwut, sollten den Kindern bekannt sein. Falls man Ausflüge in der Nähe alter Kriegsschauplätze oder moderner Truppenübungsgelände plant, sollte den Kindern auch der Umgang mit Munitionsfunden erklärt werden. Kleine Metallgegenstände im Zweifel nicht berühren, liegen lassen und einen Bogen drum herum machen. Später den Förster oder die Polizei mit einer genauen Ortsbeschreibung informieren.

Es sollte bei jedem Ausflug den Kindern klar sein: Wir sind zu Gast bei Mutter Natur. 🙂

Also nicht vergessen:

  • Wildschweine verteidigen ihre Kinder auch vor Menschen
  • Hunde, die nicht hören können, gehören an die Leine
  • Verhaltensregeln für Kinder: Zu Gast bei Mutter Natur
  • Orientierungs- und Treffpunkte vereinbaren, falls man verloren geht

Abschluss: Stock und Stein, Feuer und Flamme

Regeln, Regeln und Regeln, wie überall in der Welt geht es nicht ohne. Aber aus gutem Grund: Wer sich richtig zu Verhalten weiß ist gegen jede Herausforderung gefeit und schützt damit sich, seine Lieben und seine Umwelt. Das gilt für Groß wie Klein.

ausfluege mit kindern - toornitoWir hoffen unsere Checklisten verhelfen zu eurem perfekten Ausflug! Wenn ihr noch Ergänzungen habt oder Dinge findet, die auf keinen Fall fehlen dürfen, dann hinterlasst uns doch einen Kommentar. 🙂

Und wenn es euch gefallen hat, so schaut doch in unsere anderen Beiträge, vielleicht findet sich etwas spannendes. Bis dahin:

Zu Abenteuer, Spiel und Spaß!
Euer Toornito und sein Team

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